Kennst du das auch, dass du den Kopf voller Ideen hast, eine Menge von Dingen, die du erledigen willst oder musst? Um nichts zu vergessen machst du Listen, schreibst Notizen, legst das eine hier ab und das andere dort. Und am Schluss hast du keinen Überblick, realisierst es aber nicht einmal.
Dann kommt der grosse Moment, und du hättest Zeit etwas davon zu erledigen… und bäm, kommt die grosse Blockade. Denn du weisst gar nicht mehr, was du alles wolltest oder wo du am besten anfangen sollst, bist überfordert und machst schliesslich doch nicht das „Richtige“.
Bis kürzlich bin ich genau auf dieser Schiene gefahren. Ich habe mich auf Pinterest und Instagram auf der Suche nach Inspirationen zeitlich verloren. Tausend Ideen sind gepinnt und spucken in meinem Kopf herum. Meine Vorsätze, meinen Blog besser zu pflegen und ganz neue Projekte für meinen Shop in Angriff zu nehmen, verliefen immer mal wieder im Sand. Ich wusste, ich muss mich irgendwie organisieren, strukturieren, aber wie war die grosse Frage.
Bis vorletzten Samstag! Da bin ich bei meinen üblichen Recherchen im Internet wieder einmal auf den Begriff „Bullet Journal“ gestossen. Aber anstatt wie üblich darüber hinwegzulesen, habe ich diesmal nachgeschlagen, was das ist. Und schlagartig war mir klar, dass dies die Lösung für meine Frage ist.
Mein Bullet Journal (BJ)
Was ist überhaupt ein Bullet Journal? Kurzgesagt ist es ein Termin- und Projektplaner in Papierform, den du aus einem leeren Notizbuch und Stiften ganz nach deinen persönlichen Bedürfnissen gestaltest, anpasst und optimierst.
Die Idee hat mich sofort angesprochen, denn Papier und Stift – das ist meins! Ich halte meine Notizen viel lieber auf Papier fest als digital. Also, ran an die Planung.
Planung
Dass wir jetzt mitten im Jahr stecken, ist für meinen Start ideal, denn so kann ich mit einem siebenmonatigen Probelauf starten.

Nachdem ich mich im Internet schlau gemacht habe, beschloss ich Folgendes:
- Im BJ wird alles wird von Hand notiert und jede Seite kann individuell gestaltet werden. Die Empfehlung, gepunktete Seiten zu verwenden, um bei der Gestaltung und beim Schreiben eine Orientierung zu haben, hat mich überzeugt. Das habe ich so übernommen.
- Mein BJ soll ein Inhaltsverzeichnis, eine Jahres-, Monats- und Wochenübersicht bekommen. Die Tagesübersicht brauche ich nicht.
- Auf meinem Wochenplan möchte ich noch Platz haben für Notizen und für Dinge, die nächste Woche anfallen.
- Für meinen Probelauf will ich einfach starten. Deshalb habe ich DIN A4 Blätter doppelseitig gepunktet ausgedruckt, die Blätter halbiert und zu einem Ringheft zusammengebunden.
- Um das BJ noch optisch ein wenig aufzuhübschen habe ich eine Coverseite aquarelliert und beschriftet.

Jetzt geht’s los!
Da liegt es also vor mir, mein leeres, 50-seitiges Bullet Journal.
Jetzt kommt aus meiner Sicht das Geniale am BJ: Es ist Zeit die weissen Blätter mit meinen Strukturen zu füllen. Ich schaffe Felder, Platzhalter, Übersichtspläne, was ich brauche und wie sie am besten zu meinen Bedürfnissen passen. Und alles völlig stressfrei, da ich die Strukturen jederzeit verändern, optimieren und anpassen kann. Denn das Buch wird nicht Monate voraus gestaltet, sondern du erstellst den Plan nur für eine Woche und wenn diese Woche zu Ende geht, machst du die kommende Wochenübersicht. Aber das zeige ich dir Schritt für Schritt.
Aufbau
- Auf der ersten Doppelseite empfiehlt es sich für eine einfachere Übersicht , ein Inhaltsverzeichnis zu machen. Dazu musst du die Seiten deines BJ nummerieren und die Seitenzahl einer neuen Monatsübersicht, einer wichtigen Notiz / Skizze / Grafik usw. jeweils dort eintragen.
- Danach folgt die Jahresübersicht. Dort habe ich unsere Ferien, Feiertage und vor allem Shop-relevante Ereignisse und Daten festgehalten. Der Kalender ist nicht riesig und mehr Details notiere ich in der Monatsplanung.
- Auf der folgenden Doppelseiten trägst du den aktuellen Monat ein. Um meine vielen Ideen endlich zu ordnen, habe ich noch ein Feld für die monatlichen Ziele festgelegt.
- Jetzt kannst du deine erste Wochenübersicht gestalten. Und ganz wichtig dabei: es wird immer nur eine Woche geplant und erst am Ende dieser Woche gestaltest du die nächste Wochenübersicht. Die Idee dahinter ist, dass du die Woche am Ende reflektierst, offene Aufgaben/Pläne hinterfragst und je nachdem auf die nächste Woche weiter mitnimmst, als Ziel für später in deiner Monats- /Jahresplanung aufführst oder vielleicht sogar streichen kannst.

- Auf den Seiten, die der Wochenübersicht folgen, hast du Platz für Mind Maps, Ideen, Skizzen, Zeichnungen, Zeitungsausschnitte, Fotos…. Für alles, was für deine Planung relevant ist und dir hilft, dich in deinen Zielen weiterzubringen. Um Wichtiges wiederzufinden dient dir die Inhaltsangabe.
- Als weiter Variante, eine Seite zu markieren, kannst du herkömmlich Post-its verwenden oder die Kante mit Washitape bekleben und so sichtbar machen.
Deshalb passt das Bullet Journal zu mir
- Da ich zu Hause arbeite und meine Zeit selbständig einteilen kann, hilft mir die Wochenplanung Strukturen in die Tage zu bringen. Denn ich notiere nicht nur Geschäftliches sondern auch alles andere, was bei einem Familienhaushalt anfällt.
- Für mich ist das BJ nicht nur ein Zeitplaner, sondern auch ein Projektplaner. Jedesmal, wenn ich eine Idee habe, wird diese sofort im BJ eingetragen, sei es als kleine Notiz, als Skizze oder als Bild. Eine Idee kann ein Produkt für meinen Shop sein, es kann sich aber auch um ein Rezept, einen Ausgflugstipp oder sonst was handeln.
- Wie schön häufiger erwähnt, kann ich das BJ jederzeit für meine Bedürfnisse optimieren. Die Erfahrung wird ein guter Lehrmeister sein.
- Ideen nehmen nun konkret Formen an, denn Projekte werden Woche für Woche eingeplant und spuken nicht mehr als „Mache ich irgendwann einmal“ im Kopf herum.
- Ich arbeite konzentrierter und entspannter an einem Task, da ich weiss, dass jetzt der Zeitpunkt dafür ist. Falls ein Blitzgedanke meinen Focus ablenkt, trage ich diesen in das BJ ein, das ich in meiner Nähe habe. Dadurch ist der Gedanke abgelegt, hat vielleicht schon sein Zeitfenster erhalten und muss mich im Moment nicht mehr beschäftigen.
- Die wöchentliche und monatliche Reflexion wird mir helfen, zu kontrollieren, wie ich auf Kurs bin und zu hinterfragen, ob wirklich alles gemacht werden muss, was ich machen will.
- Und ein nicht zu unterschätzender Motivationsfaktor des BJ: Am Abend hat man visuell vor Augen, was man geleistet hat.

Klar stecke ich mit meinem Bullet Journal noch in den Kinderschuhen und ich kann noch nicht sagen, ob es sich bewährt und wie es sich weiterentwickelt. Aber ich bin extrem zuversichtlich, dass es für mich zu diesem Zeitpunkt das Richtige ist. Vielleicht bleibt es mir für einige Zeit in dieser Form enthalten, vielleicht führt es mich irgendwann zu einer anderen Organisationsform. Aber im Moment passt es und ich bin sehr glücklich damit. Du wirst auf jeden Fall hören, wie es damit weitergeht.
*Randbemerkung*: Kannst du dir denken, was ich genau jetzt gemacht habe? Natürlich einen Reminder in meinen BJ-Jahreskalender für einen Blogbeitrag nach Ablauf der Testphase :-))!

Links
Wie schon öfters erwähnt, ist ein Bullet Journal etwas ganz persönliches. Für den Grundaufbau gibt es Leitlinien, aber was alles hinein kommt, ist ganz dir überlassen. Im Internet und auf Social Media findest du viele Anregungen und Beispiele. Persönlich kann ich dir das Video über die Idee des Bulletjournals (in englisch) und den Beitrag von DIY Eule sehr empfehlen.
Wie organisierst du dich eigentlich? Schreib mir doch. Ich denke, ein gutes Zeitmanagement erleichtert uns den Alltag sehr und mit guten Tipps können wir uns gegenseitig ein wertvolles Geschenk machen. Nämlich Zeit, die uns Dank guter Planung für wohlverdiente Freizeit übrig bleibt.

Kreaktiv findest du auch auf Pinterest und Instagram
Wenn dich interessiert, was ich sonst noch Kreatives mache, erhältst du in meinem Shop einen Einblick.